Warum die nächste Regierung den Nachholfaktor in der gesetzlichen Rentenversicherung wieder einsetzen sollte
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.


Sehr geehrte Damen und Herren,
Rentenpolitik wird nicht nachhaltiger, wenn ohne Not zusätzliche Finanzierungslasten auf die Schultern der Jüngeren abgewälzt werden.  

Ob diese Erkenntnis in den aktuellen Koalitionsgesprächen auf fruchtbaren Boden fällt?

Tut sie es, wird die nächste Regierung den Nachholfaktor wieder einführen. Denn die Aussetzung des Nachholfaktors verschärft die finanzielle Schieflage des gesetzlichen Rentensystems. Schließlich leistet der Nachholfaktor einen Beitrag zur ausgewogeneren Lastenverteilung zwischen Erwerbstätigen und Rentenbezieherinnen und -beziehern.

Das funktioniert so: Die Rentengarantie verhindert in Zeiten wie der Corona-Krise, in denen das Lohnniveau sinkt, Kürzungen für die Rentnerinnen und Rentner. Der Nachholfaktor sorgt dafür, dass später, bei wieder steigenden Löhnen, die Rentenerhöhungen niedriger ausfallen als nach der Rentenanpassungsformel eigentlich vorgesehen – so lange, bis die unterbliebene Kürzung wieder ausgeglichen ist.

„Die Aussetzung des Nachholfaktors ist keine gute Idee“, sagt auch Oliver Holtemöller, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Leiter der Abteilung Makroökonomik am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, gestern beim INSM-Koalitionscheck (hier anschauen).

Weil aber der Nachholfaktor ausgesetzt ist (laut aktueller Gesetzeslage bis 2025), erhalten die Rentnerinnen und Rentner trotz Wirtschaftskrise in Folge der Corona-Pandemie Rentensteigerungen von rund zehn Prozent in den kommenden zwei Jahren. Bezahlt wird dieser Anstieg von den Steuer- sowie Beitragszahlerinnen und -zahlern (der Zuschuss zur gesetzlichen Rente umfasst mittlerweile ein Drittel des Bundeshaushalts).

Am Nachholfaktor der gesetzlichen Rente wird sich zeigen, ob FDP und Grüne, die beide von überdurchschnittlich vielen jungen Menschen gewählt wurden, ihren Wählerauftrag ernst nehmen. Jetzt ist die Zeit für eine generationengerechte Rentenpolitik!
Webinar mit Prof. Holtemöller
INSM_Linie_140x360x140px.png
PS: Wenn Sie den INSM-Newsletter weiterempfehlen möchten: Zur Anmeldung geht’s hier.
Sie wollen uns Ihre Meinung sagen? Gerne!
Tel.: 030 27877-171 E-Mail schreiben
180625_INSM_NLH_Balken_schmal.png

Sie erhalten diese E-Mail, weil Sie den Newsletter der INSM abonniert haben.
Wenn Sie keine weiteren E-Mails dieser Mailingliste erhalten wollen, klicken Sie hier:

Von der Mailingliste entfernen