Prognos-Experten: Schlechte Rentenpolitik in Corona-Pandemie hat langfristige Auswirkungen auf Sozialbeiträge
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  Hubertus Pellengahr

Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM
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Sehr geehrte Damen und Herren,
gute Klimapolitik berücksichtigt die Belastung zwischen den Generationen. Gute Sozialpolitik tut dies auch.

Und das ist nicht die einzige Parallele zwischen diesen beiden wichtigen Politikfeldern. Sowohl beim Klima wie auch in der Sozialpolitik stehen die großen Herausforderungen unmittelbar bevor.

Jeder kennt mittlerweile den Begriff des demografischen Wandels. Aber die Auswirkungen der dahinterliegenden Entwicklung haben wir bisher kaum zu spüren bekommen. Das liegt schlicht daran, dass die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre heute noch weitgehend in Lohn und Brot stehen.

Das ändert sich in den kommenden Jahren. Und diese Entwicklung wird zunehmend den Kernbereich unseres Sozialstaates treffen: die Sozialversicherung.

Wir haben deshalb das Forschungsinstitut Prognos gefragt, wie sich die Sozialbeiträge bis zum Jahr 2040 entwickeln. Die wenig überraschende Antwort: „In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden die meisten Beitragssätze vor allem aus demografischen Gründen deutlich steigen“, schreiben die Experten in einem im Auftrag der INSM erstellten Paper.

Interessant sind die konkreten Zahlen: Für das Jahr 2040 wird ein Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz in Höhe von 46,0 Prozent prognostiziert, also mehr als sechs Prozentpunkte über dem Wert von heute.  Der hohe Anstieg ist auch Folge schlechter Rentenpolitik in der Corona-Pandemie. „Eine Verkettung von Sonderregelungen, einschließlich der Rentengarantie und des bis Mitte 2026 ausgesetzten Nachholfaktors, ziehen einen dauerhaften Anstieg des Rentenniveaus und Beitragssatzes nach sich“, so die Forscher rund um Prognos-Direktor Oliver Ehrentraut (hier das Paper als PDF).

Die Folge: ein 0,6 Prozentpunkte höherer Rentenversicherungsbeitragssatz im Jahr 2040.

Auf die Summe der Sozialbeiträge wird die Pandemie im Jahr 2040 sogar mit einem um 1,2 Prozentpunkte höheren Beitragssatz negativ durchschlagen.

Der Ausblick zeigt: Schlechte Politik hat nicht nur langfristige Konsequenzen, sie erschwert auch die Herkulesaufgabe, die Sozialabgaben dauerhaft unter 40 Prozent zu halten.

Dass die 40-Prozent-Marke nicht allein durch immer mehr Steuerzuschüsse garantiert werden kann – auch das zeigt die heute veröffentlichte Prognose. Allein für das Jahr 2040 ergibt sich bei konstanten Beitragssätzen von 40 Prozent eine geschätzte Finanzierungslücke in Höhe von 173 Milliarden Euro.

Die Zahlen machen deutlich: Für eine generationengerechte Sozialpolitik hat die nächste Bundesregierung grundsätzliche Reformen anzugehen. Die langfristige Tragfähigkeit muss in den Mittelpunkt der Sozialpolitik gestellt werden. Denn die Begrenzung der Belastung der arbeitenden Generation ist nicht nur generationengerecht, sie bewahrt auch die Basis unseres Wohlstandes: unsere tägliche Arbeit.
Prognos Paper
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